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Going-Light-Syndrom

Allgemeines:

Bei GLS/Megabakterien handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die derzeit noch nicht sehr weit erforscht ist. Die betroffenen Vögel können die Krankheit latent in sich haben, ohne dass sie ausbricht. Stresssituationen, Mauser, andere Krankheiten, Partnerverlust etc. können für einen Ausbruch der Krankheit sorgen.

Erste Anzeichen sind: veränderter Kot, Würgen, Gewichtsverlust, Verschlechterung des Allgemeinzustandes, unverdaute Körner im Kot usw.

Im Verlauf der Krankheit wird der Vogel immer dünner, obwohl er viel frisst. Auf dem Röntgenbild ist ein vergrößerter Drüsenmagen erkennbar.

Die Übertragung der Krankheit erfolgt meist von den Eltern auf die Jungvögel ebenso durch das Fressen von "verseuchtem" Kot.

Die Krankheit breitet sich derzeit immer mehr aus. Bleibt zu hoffen, dass bald ein wirklich wirksames Medikament gefunden wird.


Diagnose:

Die Feststellung der Krankheit gestaltet sich in den meisten Fällen als sehr schwierig. Es gibt zwar mehrere Möglichkeiten, die Krankheit festzustellen, aber nicht immer bringen diese Untersuchungen wirklich Gewissheit.

Meist wird zunächst ein Färbetest gemacht. Hierfür ist es erforderlich, dass man Kot von mehreren Tagen sammelt, der dann im Labor eingefärbt wird. Da die Megabakterien aber nicht ständig ausgeschieden werden, heißt ein negativer Bericht leider nicht, dass keine Megabakterien vorhanden sind.

In manchen Fällen können die Megabakterien auch direkt unter dem Mikroskop erkannt werden.

Ein weiterer Beweis für das Vorhandensein von Megabakterien ist ein vergrößerter Drüsenmagen, der mit Hilfe des Röntgens festgestellt werden kann.

Oft bringt aber erst die Sektion des Vogels das traurige Ergebnis :-(

Behandlung:

Von den meisten Tierärzten wird derzeit das Pilzmittel Ampho-Moronal bei GLS/Megabakterien verordnet. Die Gabe des Mittels erfolgt täglich über einen längeren Zeitraum (mindestens 14 Tage). Es sollte zweimal täglich direkt in den Schnabel gegeben werden. In größeren Beständen und bei prophylaktischer Behandlung ist es evtl. möglich, die Tagesdosis auf einmal zu geben. Da das Medikament nicht wasserlöslich ist, ist eine Gabe über das Trinkwasser nicht möglich.

In Australien und wohl auch in den USA gibt es ein ähnliches Medikament, welches jedoch wasserlöslich ist und über das Trinkwasser verabreicht werden kann. Das Mittel heißt "Megabac-S" und ist in Deutschland leider nicht zugelassen.

Therapiebegleitend sollte verdünnter Apfelessig anstelle des normalen Trinkwassers gegeben werden. Das Trinkwasser sollte 2 - 3 % Apfelessig enthalten (also 2 bis 3 ml Apfelessig pro 100 ml Wasser).

In manchen Fällen wird GLS auch mit Antibiotika behandelt, auch wenn sich dies zunächst bei einer Pilzerkrankung unsinnig anhört. Mir ist aber ein Fall bekannt, wo diese AB-Therapie erfolgreich war und der Vogel nun schon über einen sehr lange Zeitraum stabil ist.

Meine persönlichen Erfahrungen:

Inzwischen bin ich bereits drei Mal mit GLS bzw. Megabakterien konfrontiert worden. Beim ersten Mal erkrankte meine Bonnie, die ich als Abgabevogel im Januar 2000 aufgenommen habe. Im Mai 2000 erkrankte sie. Ihr Kot und ihr Allgemeinzustand wurde schlechter. An einem Freitag vermutete meine Tierärztin, dass sie Megabakterien haben könnte, am Sonntag verstarb Bonnie. Nach der geäußerten Vermutung begann ich, Kot für einen Färbetest zu sammeln, dieser war negativ. Die Sektion war jedoch eindeutig. Bonnie hatte GLS. Für sie kam jede Hilfe zu spät.

Anfang Juni 2001 (Pfingstmontag) stellte ich fest, dass meine Nanni nicht mehr fliegen konnte. Die Tierärztin, die an diesem Tag Notdienst hatte und sich selbst als sehr vogelkundig bezeichnete, diagnostizierte einen Flügelbruch und Nanni bekam einen Verband, der knapp 14 Tage bleiben musste. Nanni wurde nicht geröntgt, da die Ärztin den Bruch eindeutig fühlen konnte.

Nachdem der Verband dann ab war und Nannis Zustand von Stunde zu Stunde schlechter wurde, bin ich mit ihr in die Vogelklinik gefahren. Dort wurde festgestellt, dass Nanni total abgemagert war. Sie wurde geröntgt. Das Ergebnis war erschütternd, denn zum einen konnte Nanni keinen Flügelbruch gehabt haben und zum anderen zeigte sich ein stark vergrößerter Drüsenmagen, welcher ein eindeutiges Zeichen für Megabakterien/GLS ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte Nanni noch 29 Gramm.

Nanni wurde dann über einige Wochen mit Ampho-Moronal behandelt. Während dieser Zeit hatte ich Nanni von den anderen separiert. Langsam nahm sie im Laufe der Zeit wieder zu und ihr Allgemeinzustand verbesserte sich. Die Behandlung war erfolgreich.

Am 28.06.03 fand ich morgens den Hahn Elmyra tot im Käfig. Irgendwelche Anzeichen einer Krankheit gab es für mich nicht. Ich habe Elmyra obduzieren lassen. Es wurden wieder Megabakterien gefunden, die vermutlich auch den Tod herbeigeführt haben. Verwunderlich war nur, dass Elmyras Ernähungszustand gut war. Man muss annehmen, dass diese Krankheit wohl noch größeren Schaden anrichten kann, als den Vogel "nur" langsam verhungern zu lassen.

Nach mehreren Gesprächen mit der Ärztin entschloss ich mich, meine verbliebenen 8 Wellis prophylaktisch mit Ampho-Moronal zu behandeln. 14 Tage lang haben sie morgens jeweils 2 Tropfen Ampho-Moronal bekommen. Zum Glück ist seit dem kein weiterer Fall aufgetreten.

Auch 1,5 Jahre später ist kein weiterer Fall in meinem Bestand aufgetreten. Selbst bei Pinky, die Mitte 2004 schwer erkrankt ist, wurden keine Megabakterien gefunden, so dass ich davon ausgehe, dass der Bestand megabakterienfrei ist.

andere Erfahrungsberichte:

hier geht es zum Bericht von Jörg